von Olaf Schroeder
09.9.2011

DIE CHRISTLICHE PATIENTENVERFüGUNG

Der Ratgeber zur Vorsorge

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Die christliche Patientenverfügung

<span>Der Ratgeber zur Vorsorge</span> Werner Gutheil / Heinrich M. Roth ISBN 978-3-7462-2913-3

(„Die christliche Patientenverfügung“ 9,90 Euro )
Der Ratgeber von Pfarrer Werner Gutheil und Rechtsanwalt Heinrich M. Roth ermöglicht einen fundierten und allgemeinverständlichen Zugang zu einer verantworteten Auseinandersetzung mit dem Thema „Patientenverfügung“. Empfohlen von Rechtsanwalt Olaf Schröder.

Was ist eine Patientenverfügung?
Der Begriff der Patientenverfügung und die mit ihr in enger Verwandtschaft stehenden Begriffe der Betreuungsvollmacht und der Vorsorgevollmacht sind zunehmend Gegenstand des täglichen Sprachgebrauchs geworden. Die meisten Menschen wissen wenigstens ungefähr, was damit gemeint ist. Es geht darum, für den Fall vorzusorgen, wenn man selber zu krank ist, um eigene Entscheidungen treffen zu können.

Ängste vor einer tieferen Auseinandersetzung
Die sich aufdrängende Frage aber, was man wohl in welcher Weise entscheiden sollte, rührt vielfach zu sehr an zu tief sitzende Ängste, als dass wir sie in Ruhe beantworten wollten. So werden vielfach unreflektiert vorformulierte aus dem Internet oder einer beliebigen anderen Bezugsquelle abgeforderte Texte unterschrieben und damit letztlich eine fremde Entscheidung als eigene Entscheidung ausgegeben. Oder das Unbehagen ist so groß, dass der Betroffene gar keine Entscheidung trifft. Beide Vorgehensweisen sind ersichtlich nicht wünschenswert.
Für den Christen mag es ein weiteres Problem geben, nämlich das Wissen darum, dass Selbstmord und Sterbehilfe Gottes Geboten widersprechen. Aber kann Gott wirklich wollen, dass ich an Apparaten dahinvegetiere? Soll mein Leben fortgesetzt werden, wenn ich wegen einer Demenzerkrankung kaum noch weiß, wer ich bin und einen Bezug zu Gott gar nicht mehr finden kann?

Ein ergiebiger und gleichzeitig überschaubarer Ratgeber
Der vorliegende von einem als Krankenhausseelsorger tätigen Geistlichen und einem Rechtsanwalt verfasste Ratgeber setzt an dieser Stelle an, indem er zunächst die rechtlichen Grundlagen darlegt, also erklärt, was eine Betreuungsvollmacht, eine Patientenverfügung, eine Vorsorgevollmacht oder ein Testament genau sind und welche Regelungsmöglichkeiten dem Betroffenen zur Verfügung stehen. Die Darstellung ist daher trotz ihrer Kürze recht umfassend und bezieht sich auf die Frage der Organspende ebenso wie auf den Umgang mit anhaltender Bewusstlosigkeit (Wachkoma).
In einem zweiten Abschnitt – Sterben und Gedenken – werden die verschiedenen Stationen der Sterbebegleitung und Beisetzung und die vielfältigen Formen des Umgangs mit ihnen erläutert. Auch hier zeigen die Autoren Möglichkeiten auf, ohne Wertungen vorzunehmen. Die Vielfalt der Darstellung reicht von der sakramentalen Begleitung durch Krankensalbung bis hin zur Frage der Bekleidung des Toten.
Der dritte Teil enthält Formulierungsvorschläge und Formulare, die aber wiederum so offen gestaltet sind, dass der Leser sie nicht ohne eigenes Nachdenken übernehmen kann.

Alles in allem ist das Werk kein Lesebuch für die gelegentliche Betrachtung. Der Ratgeber will durchgearbeitet werden. Die durchgehend verständliche, fast alltägliche Darstellung erleichtert dies, aber die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema bleibt dem Leser nicht erspart und wird ohne dessen innere Beteiligung nicht gelingen. Wer zu seiner eigenen Beruhigung eine Patientenverfügung abfassen will, wird andernorts vielleicht leichtere Hilfe erlangen. Die in diesem Buch aufgeworfenen Fragen sind jedoch eine gute Grundlage, um sich sorgsam mit sich zu beraten und zu einer eigenständigen und verantwortlichen Entscheidung zu gelangen. Als Orientierung auf diesem Weg kann das Buch nur empfohlen werden.

Die christliche Patientenverfügung Der Ratgeber zur Vorsorge

Werner Gutheil / Heinrich M. Roth, Verlag St. Benno 2010, Neuauflage, 118 Seiten, broschiert, 25,4 x 18 x 1,4 cm

ISBN-10: 3746229138
ISBN-13: 978-3746229133
9,90€
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